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Fast Channels im Mediamix

FAST CHANNELS: DER BLINDE FLECK IN DER CTV-MEDIAPLANUNG?

FAST Channels: Der blinde Fleck in der CTV-Mediaplanung?

Der Streaming Markt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert: Werbung im Connected TV ist heute mehr als Netflix, Disney+ oder Prime Video. Neben den großen Streaming-Anbietern haben sich kostenlose, komplett werbefinanzierte Plattformen fest im Markt etabliert. Die Rede ist von Free Ad-Supported Streaming TV, kurz: FAST Channels. Und genau hier entsteht für Werbetreibende ein spannendes Reichweitenpotenzial, das häufig noch unterschätzt wird.

Vom vermeintlichen Zweitklasse-TV zum Prime-Time-Kanal

Wenn man von FAST Channels spricht, begegnet man unter anderem einer weit verbreiteten Annahme: Da die Angebote kostenlos sind, werden sie schnell als weniger hochwertig wahrgenommen. Die Realität sieht allerdings anders aus, denn trotz der wachsenden Relevanz des Multi-Device-Viewings setzen sich FAST Channels auf dem Big Screen durch. Zuschauer*innen konsumieren die Inhalte im klassischen Lean-Back-Modus mit voller Aufmerksamkeit. Laut der neuen Erhebung von Rakuten TV Enterprise zählen FAST-Umfelder damit klar zu den „Premium-Sehumfeldern“.1
Die Studie bestätigt ebenfalls, dass FAST TV endgültig in Deutschland im Alltag angekommen ist. 78,7 % der deutschen Befragten nutzen FAST-Angebote täglich oder mehrmals pro Woche, und die Mehrheit betrachtete werbefinanziertes Streaming als gleichwertigen oder sogar bevorzugten Weg gegenüber kostenpflichtigen Abonnements.1

Eine ergänzende Erhebung von ShowHeroes zeigt zudem, dass FAST- Angebote überwiegend abends, während der klassischen Primetime konsumiert werden. Rund die Hälfte der Nutzer:innen greift dabei gezielt auf FAST zurück, wenn sie nicht wissen, was sie schauen sollen. 2 FAST Channels knüpfen damit möglicherweise an ein lineares Sehverhalten an, bei dem nicht nur neue Inhalte im Vordergrund stehen, sondern auch Vertrautheit und eine erleichterte Content-Auswahl.  Darüber hinaus eröffnet sich in diesem Umfeld eine neue Möglichkeit für Werbetreibende, ihre Zielgruppe zu erweitern, denn über 40% der FAST-Nutzer:innen in Deutschland sind über die klassischen kostenpflichtigen Streaming-Anbieter gar nicht erreichbar. Wer sein Budget also ausschließlich auf die großen Namen konzentriert, verpasst nahezu die Hälfte einer attraktiven Zielgruppe: um die 25 bis 34 Jahre, aus größeren Haushalten und mit mittlerem bis höherem Einkommen.2

Werbung als Teil des Deals

FAST Channels basieren auf einer simplen Logik: Kostenloser Content im Austausch für Werbung. Und diese Logik ist genau das Erfolgsrezept, denn sie wirkt sich messbar auf die Werbeakzeptanz auf diesen Kanälen aus. In Deutschland empfinden 65% der FAST-Nutzer:innen die Werbung als fair im Verhältnis zum gebotenen Service.2 Der Grund ist ziemlich selbsterklärend: bei einem kostenlosen Angebot wird die Werbung als Teil des Deals betrachtet und akzeptiert, solange sie relevant, kontextpassend, qualitativ hochwertig und nicht zu lang ist. 2

Laut Show Heroes wird dieser Effekt durch einen übergreifenden Trend, der sich als „Subscription Fatigue“ zusammenfassen lässt, verstärkt. Europäische Haushalte haben im Schnitt zwei bis drei kostenpflichtige Abos aktiv und die Mehrheit würde diese Kosten gerne reduzieren.2 Viele Nutzer:innen greifen daher bewusst auf FAST Channels zurück, um ihre Streaming-Kosten zu senken oder um zu entscheiden, welche Abo-Dienste sich überhaupt lohnen.1 Die Preissensibilität ist in diesem Fall der zentrale Treiber, denn viele nehmen Werbung für weniger monatliche Kosten in Kauf.

Die großen Player haben diese Entwicklung inzwischen ebenfalls wahrgenommen. Obwohl der ehemalige Netflix CEO Hastings einst versicherte, dass sie „niemals Werbung auf der Plattform verwenden würden“, führte die Plattform 2022 ein werbefinanziertes Angebot ein, das einen günstigeren monatlichen Beitrag ermöglichte.3 Gründe dafür sind die „schrumpfenden Kundenzahlen“ und die Aussicht, durch ein werbefinanziertes Modell „profitabler zu wirtschaften“. Netflix-Analysten zufolge lässt sich damit sogar ein höherer Gewinn pro Nutzer:in erzielen als mit dem klassischen Abo.4 Ein ähnlicher Schritt zeichnet sich auch bei Disney+ ab. Aktuellen Berichten zufolge prüft der Anbieter derzeit sogar einen komplett kostenlosen Streaming-Tier. Der CEO Josh D’Amaro betont, „Wir sehen darin eine Möglichkeit, unsere Reichweite auf ein preissensibleres Kundensegment auszudehnen.“5 Selbst die Marktriesen reagieren also auf die Preissensibilität ihrer Nutzer:innen und rücken damit ein Stück näher an das Prinzip, auf dem FAST Channels von Anfang an basieren.

Ein Blick nach vorn: Mehr Werbung = weniger Aufmerksamkeit?

Mit dem wachsenden Angebot werbefinanzierter Streamingdienste eröffnen sich für Werbetreibende immer neue Möglichkeiten im CTV-Universum. Gleichzeitig steigt damit auch das Werbevolumen insgesamt. Dies wirft eine berechtigte Frage auf: Verändert sich langfristig die Wahrnehmung, oder sogar die Akzeptanz von Werbung?
Grundsätzlich gilt, solange die Werbung als relevant, kontextpassend und nicht störend empfunden wird, bleibt die Akzeptanz hoch. Dabei gelten 4 Minuten Werbeblockdauer als akzeptabel.2 Entscheidend ist somit nicht die Menge, sondern die Qualität und Aussteuerung der Werbekontakte. Genau hier zeichnen sich für die kommenden Jahre zwei zentrale Entwicklungsfelder ab:

  • Zum einen eröffnet sich Raum für innovativere Adformate und neue Anforderungen an die Werbemittel selbst. Neben klassischen Mid- und Pre-Rolls, die weiterhin den größten Anteil ausmachen, gewinnen Platzierungen wie Homescreen- oder Pause-Ads sichtbar an Relevanz, da sie die Zuschauer:innen auch außerhalb des laufenden Programms erreichen. 1
  • Gleichzeitig gewinnen Kontext- und Content-Relevanz an Bedeutung, da Werbung am besten wirkt, wenn sie zum Inhalt und zur Sehsituation passt.  
  • Zum anderen wird Cross-Channel- und Frequency-Steering über Plattformgrenzen hinweg immer wichtiger, denn wenn Zielgruppen parallel auf FAST-, Streaming- und linearen TV-Umfeldern unterwegs sind entscheidet die intelligente Aussteuerung darüber, ob Werbung als relevant oder als aufdringlich wahrgenommen wird.

Was das für Marken und Werbetreibende heute bedeutet

FAST Channels sind kein Ersatz für die großen Player, wie Netflix oder Disney+, sondern eine strategische Ergänzung im CTV-Mix. Wer sein Streaming-Budget ausschließlich auf die großen Namen konzentriert, riskiert, relevante Zielgruppensegmente komplett zu verpassen. Der Schlüssel liegt im klugen Zusammenspiel:

  • Reichweite ganzheitlich denken: FAST erschließt Zielgruppensegmente, die über die großen Streamer allein nicht abgedeckt werden können.
  • Umfeld und Format gezielt wählen: Nicht jedes Format passt in jedes Umfeld. Kampagnenziel und Content-Kontext entscheiden darüber, ob Pre-Roll, Homescreen oder Pause-Ad die richtige Wahl ist.  
  • Cross-Channel-Strategien: Nur wer FAST, klassische Streaming-Anbieter und lineares TV zusammen denkt, kann Reichweite und Wirkung wirklich ausschöpfen.  

Bei esome und viiew integrieren wir sowohl klassische SVOD-, BVOD- und AVOD-Angebote als auch FAST Channels in unsere CTV-Kampagnen, damit du deine Zielgruppe überall erreichst, dein Budget effizient einsetzt und dein Mediamix vervollständigst.

Du planst Werbung auf FAST-Channels? Schreibe uns an: info@esome.com

FAQ: FAST Channels

Was sind FAST Channels? FAST steht für Free Ad Supported Streaming TV. Dabei handelt es sich um kostenlose, komplett werbefinanzierte Streaming Plattformen, die sich neben den großen Streaming Anbietern fest im Markt etabliert haben. Bekannte Beispiele sind Pluto TV, Samsung TV Plus, Rakuten TV oder die kostenlose Version von Zattoo.

Erreiche ich mit den größten Streaming-Anbietern nicht bereits alle relevanten Zielgruppen? Nicht unbedingt. Ein erheblicher Teil der FAST Nutzer:innen in Deutschland lässt sich über die kostenpflichtigen Streaming Dienste gar nicht ansprechen. Wer sein Budget also allein auf die großen Namen konzentriert, lässt eine relevante Zielgruppe außen vor, die für viele Marken besonders spannend ist.


*Quellen:

1 Rakuten TV Enterprise, The FAST Advantage Maximising Content Value and Audience Engagement for European Content Owners, 2026

2 ShowHeroes & Omnicom Media Netherlands (2024). The Rise of FAST: Consumer Preferences in Connected TV. Understanding audiences across OPEN CTV environments. Branchenstudie.

3 https://www.theverge.com/column/958379/streaming-industry-ads

4 https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/streaming-abos-mit-werbung-lohnen-sich-fuer-netflix-und-disney-01/100049405.html

5 https://www.thewrap.com/media-platforms/streaming/disney-plus-free-tier/